Die IP-Schutzartprüfungen dienen der objektiven Bewertung, wie zuverlässig Geräte, Gehäuse und technische Baugruppen gegenüber dem Eindringen von festen Fremdkörpern (z. B. Staub, Draht) und Wasser geschützt sind. Diese Prüfungen sind ein zentraler Bestandteil der Produktqualifikation in allen Branchen, insbesondere wenn Komponenten unter anspruchsvollen Umweltbedingungen eingesetzt werden. Hersteller benötigen diese Nachweise, um die Betriebssicherheit, Lebensdauer und Funktionalität ihrer Produkte zu gewährleisten – sei es in Industrieanlagen, der Gebäudeautomation, der Fahrzeugtechnik, Medizintechnik oder bei Outdoor-Elektronik.
Diese standardisierten Prüfverfahren helfen bei dem frühzeitigen Erkennen und Minimieren von Risiken wie Kurzschlüssen, Korrosion, Funktionsausfällen oder sicherheitsrelevanten Störungen. Das ermöglicht für Hersteller neben der Optimierung des Produktdesigns im Hinblick auf solche Belastungen den Nachweis über die Robustheit und Einsatzsicherheit ihrer Produkte. Für Kunden schafft die einheitliche Prüfung und Kennzeichnung Vertrauen beim Umgang mit diesen Geräten.
Der IP-Code (International Protection Code oder Ingress Protection Code) besteht aus zwei Kennziffern:
- Erste Ziffer: Schutz gegen feste Fremdkörper
- Zweite Ziffer: Schutz gegen Wasser
Die ISO 20653 und DIN EN 60529 enthalten die allgemeinen Informationen zu IP-Codes, sowie die Anforderungen zum Bestehen der einzelnen IP-Prüfungen.
Staubprüfung
In unseren Staubkammern prüfen wir, ob Ihr Produkt gegen das Eindringen von partikelförmigen Fremdkörpern geschützt ist.
Es wird nach den folgenden Staubschutzprüfungen unterschieden:
Staubgeschützt (IP5X, IP5KX)
Bei dieser Prüfung wird Staub in der direkten Umgebung des Geräts aufgewirbelt. Bleibt nach der Prüfung die Funktionsfähigkeit und Sicherheit erhalten, ist ein geringes Eindringen von Staub in das Gehäuse zulässig.
Staubdicht (IP6X)
Bei dieser strengeren Variante wird im Gerät ein Unterdruck (max. -20 mbar) angelegt und in der Umgebung Staub aufgewirbelt. Die Prüfung gilt als bestanden, wenn überhaupt kein Staub in das Gehäuse eingedrungen ist.
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Mit unserer Gerätetechnik können wir Ihre Gehäuse nach den IP-Anforderungen testen.
Gern erstellen wir Ihnen ein individuelles Angebot.
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Wasserprüfungen
Bei diesen Prüfungen wird das Eindringen von Wasser in Gehäuse getestet. Dabei gibt es abhängig vom IP-Code große Unterschiede in der Belastung des Gehäuses:
Prüfung mit Tropf- und Sprühwasser (IPX1-IPX4, IPX4K)
Hier wird u.a. das Auftreffen von Regen simuliert.
Spritzwasserprüfungen (IPX5/IPX6/IPX6K)
Bei dieser Prüfung treffen kräftige Wasserstrahlen auf das Gehäuse. Die Prüfung dient der Simulation von starkem Regen oder Reinigungsprozessen.
Eintauch- und Unterwasserprüfungen (IPX7/IPX8)
Hier wird überprüft, ob das Produkt nach einem kurzzeitigen oder dauerhaften Untertauchen in Süßwasser noch einsatzbereit ist. Diese Prüfung ist unverzichtbar für alle elektronischen Geräte und Sensoren, die in feuchten Umgebungen eingesetzt werden.
Hochdruck-Dampfstrahlprüfung (IPX9, IPX9K)
Bei dieser Prüfung wird das Produkt extremen Bedingungen ausgesetzt: ein heißer Wasserstrahl trifft unter hohem Druck auf das Gehäuse. Diese Prüfung ist ideal für die Überprüfung der Dichtigkeit von Maschinen und elektronischen Bauteilen, die in der Anwendung extremen Umweltbelastungen ausgesetzt sind.
Gerätetechnik
Staubprüfkammer SK 2000-D, iTS GmbH
- für die Schutzgrade IP5X, IP6X, IP5KX und IP6KX
- Prüfraum: 2 Kammern mit je 1 m³
Prüfanlage zum Nachweis des Schutzes gegen das Eindringen von Wasser
- Bestandteile:
- Tropfgerät für Schutzgrad IPX1 und IPX2
- Schwenkrohr und Handbrause für Schutzgrad IPX3, IPX4 und IPX4K
- Strahldüsen für Schutzgrad IPX5, IPX6 und IPX6K
- Tauchbehälter für Schutzgrad IPX7 und IPX8
- Hochdruck-Dampfstrahl-Reinigungsgerät für Schutzgrad IPX9K und IPX9





