Der Trend zur Individualisierung von Bauteilen geht mit höchsten Qualitätsansprüchen an die Oberflächen einher. Für den individuell empfundenen Qualitätseindruck eines Produktes durch den Kunden sind neben dem Design, die Optik und Haptik einer Oberfläche entscheidend. Mit unseren Oberflächenprüfungen stellen Sie sicher, dass Ihre Bauteile optisch überzeugen, belastbar sind und den Anforderungen im späteren Einsatz standhalten.

Farb- und Glanzmessungen

Die Farbenvielfalt der Kunststoffe ist unbegrenzt. Farb- und Glanzmessungen gehören zu den Standardprüfungen von Kunststoffen, da diese Materialien beliebig eingefärbt werden können und der optische Eindruck in vielen Anwendungsbereichen von entscheidender Bedeutung ist.

Ein häufiger Anwendungsfall für Farbmessungen im Kunststoffbereich ist die Beurteilung von Farbänderungen nach der Belastung eines Produkts. Die Beurteilung kann durch eine Person (visuelle Prüfung) oder durch ein Messgerät (Farbmessung) erfolgen.

Durch unser geschultes und erfahrenes Personal und mehrere Spectrophotometer sind wir für Ihre Messaufgaben optimal gerüstet.

Prüfvarianten

  • Visuelle Beurteilung von Oberflächen mit einem Normbeobachter nach DIN EN ISO 3668
  • Graumaßstab zur Bewertung der Farbe und des Anblutens (DIN EN 20105-A02 und DIN EN ISO 105-A03)
  • Glanzgradmessung nach DIN EN ISO 2813
  • Farbmessung nach DIN EN ISO 11664-4
  • Vergilbung nach DIN 6174 

 

Kratzprüfungen

Kratzprüfungen sind ein Härtetest für Kunststoffoberflächen um deren Beständigkeit gegen das mechanische Eindringen spitzer, scharfkantiger Gegenstände, die die Oberfläche irreversibel verformen können, zu beurteilen.

Dabei wird die Oberfläche mit einem genormten Kratzsticheln und definierter Kraft belastet und die Oberfläche visuell bzw. farbmetrisch im Vergleich zur unbelasteten Referenz beurteilt.

Da es vielfältige Belastungsmöglichkeiten gibt, gibt es eine große Vielfalt an Vorschriften, um anwendungsnah Kratzbeständigkeiten zu prüfen. Wir bieten Ihnen eine große Auswahl solcher Verfahren an.

Prüfvarianten

  • Kratzprüfung / Schmissbeständigkeit mit Härteprüfstab nach DIN EN ISO 22557
  • Gitterschnittprüfung mit Klebebandabriss nach DIN EN ISO 2409
  • Kratzbeständigkeit nach VW PV 3952

 

Abriebprüfungen

Im Gegensatz zu den Kratzprüfungen wird bei der Prüfung des Abriebverhaltens kein scharfkantiger Gegenstand benutzt, sondern ein Prüfstempel, der z.B. einem Finger ähnelt. Ziel ist es, die Beanspruchung einer Oberfläche durch die Hand oder einen Finger, meist in Verbindung mit dafür typischen Flüssigkeiten, zu simulieren. Je nach Anforderung wird mit einem Prüfstempel mehrmals über die Oberfläche gerieben, an dem ein trockenes oder ein mit einer Flüssigkeit (Sonnencreme, Handschweiß) getränktes Tuch befestigt ist.

Auch hier gibt es eine große Vielfalt an Prüfungen und Belastungsmöglichkeiten. Wir unterstützen Sie bei der Auswahl der passenden Belastung für Ihren Anwendungsfall.

Prüfvarianten

  • Farbechtheit gegen Reiben nach DIN EN ISO 105-X12
  • Abriebbeständigkeit mit einem Linearhubgerät (Crockmeter) nach DIN EN ISO 21546
  • Handabrieb nach DIN EN 60069-2-70

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Wir bieten Ihnen Prüfungen nach den aktuellen DIN-/ISO-Vorschriften und Automobilstandards an.

Sprechen Sie uns an, wir unterstützen Sie bei der Auswahl der geeigneten Prüfverfahren!

Medien- und Chemikalienbeständigkeit

Kunststoffe kommen aufgrund ihres vielfältigen Einsatzes häufig in Kontakt mit aggressiven Flüssigkeiten wie Treibstoffen, Reinigungsmitteln oder anderen Chemikalien. Kommen auch noch starke Temperaturschwankungen hinzu, wie sie z.B. in dem Motorraum eines Autos auftreten können, sind die Materialien sehr starken Beanspruchungen ausgesetzt. Prüfungen der Medien- und Chemikalienbeständigkeit dienen dazu, das Verhalten der Materialien unter solchen Belastungen zu simulieren um die Sicherheit und Langlebigkeit technischer Bauteile zu gewährleisten.

Prüfvarianten

  • Beständigkeit von Beschichtungsstoffen geg. Flüssigkeiten DIN EN ISO 2812-1/-2/-3/-4
  • Beständigkeit gegen umgebungsbedingte Spannungsrissbildung nach DIN EN ISO 22088-3
  • Cremebeständigkeit nach VW PV 3964

 

IR-Spektroskopie

Die IR-Spektroskopie ist eine schnelle und leistungsstarke Methode zur Identifizierung von Kunststoffen. Bei diesem Analyseverfahren werden die Moleküle an der Materialoberfläche durch IR-Strahlung in Schwingung versetzt und diese Veränderung detektiert. Dies ermöglicht den Nachweis von einer Vielzahl chemischer Strukturen von Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindungen über Carbonyl-, Säure- und Hydroxid-Gruppen, bis hin zu Nitro- und Schwefelverbindungen.

Dadurch lassen sich detaillierte Aussagen zur chemischen Struktur an der Oberfläche treffen.

Die IR-Spektroskopie ist ein vielseitig eingesetztes Verfahren in der Wareneingangskontrolle, Qualitätssicherung und Schadensanalyse. Materialien können auf Verunreinigungen und Zusammensetzung untersucht werden. Füllstoffe wie Talkum können ebenfalls detektiert werden.

Wo die IR-Spektroskopie an ihre Grenzen kommt, z.B. bei der Unterscheidung von PA-Typen, werden ergänzend Untersuchungen mittels DSC Link zu therm. Prüfungen durchgeführt um den Kunststofftyp zu ermitteln.

Gerätetechnik

  • Farbabmusterungskabine LED Color Viewing Light XL Hybrid Basic, Just Normlicht GmbH
  • Spectrophotometer CM-5, Konica Minolta
  • Spectrophotometer CM-25cG, Konica Minolta
  • Glanzgradmessgerät IQ-S, Rhopoint
  • A.T.C.C. Crockmeter CM1, Atlas MTT GmbH
  • Abrex, Innowep GmbH
  • Härte-/Schmissbeständigkeitsprüfstab, Erichsen
  • FTIR-Spektrometer Nicolet iS10, ThermoFischer Scientific

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Janine Dubiel
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